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“Graphical excellence is that which gives to the viewer the greatest number of ideas in the shortest time with the least ink in the smallest space.”

Edward Tufte, Envisioning Information (1990)


Mit dieser einfachen Effizienzformel bringt Prof. Edward Tufte den wesentlichen Grundgedanken guter Datenvisualisierung auf den Punkt. Visualisierungen sollten sparsam, aber dennoch ansprechend sein. Ohne viel Gerümpel und mit Fokus auf das Wesentliche sollen sie uns helfen, die Kernbotschaften erkenntnisreicher Datenanalyse an unsere Kunden zu bringen. So lassen sich auch diejenigen Kollegen und Chefs überzeugen, die gerade mangels Zeit auf gute und schnell erfassbare Visualisierungen angewiesen sind. Umso ärgerlicher ist es, wenn ausgerechnet hier Fehler gemacht und Chancen vergeben werden. Dabei muss es gar nicht so schwer sein, insbesondere, wenn man sich ein paar der häufigsten Fehler bei der Erstellung von Grafiken und Diagrammen einmal vergegenwärtigt. Diese Fehler treten nahezu universell und unabhängig davon auf, welche Tools zur Datenvisualisierung verwendet werden: sei es Excel, R Studio, PowerPoint, Microsoft BI oder Tableau.

Vorweg ein grundlegender Tipp: Es gilt stets Zielpublikum, Sinn & Zweck der Analyse im Auge zu behalten, und zwar bei allen Projektschritten. Noch vor der Datenerhebung und Datenauswertung wird schon im Fragebogen der Grundstein für die Struktur der späteren Daten gelegt. Wer hier bereits vorausdenkt, der hat es später leichter mit einer guten Datenvisualisierung.  

5 häufige Fehler bei der Erstellung von Diagrammen

1. Fehler – Ungeeigneter Diagrammtyp

Je nach gewünschtem Fokus ist der richtige Diagrammtyp entscheidend, um das Maximum an Aussagekraft aus den Daten herauszuholen. Hier gibt es keine Einheitslösung nach Schema F. Je nachdem wie die Daten aussehen, bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an – aber nicht jede theoretisch denkbare Darstellungsform ist auch gleich effektiv. Ein klassisches Beispiel: Torten- bzw. Kreisdiagramme werden gemeinhin oft zur Darstellung von Segmenten, etwa Kundensegmenten, genutzt. In der Praxis bieten Kreisdiagramme allerdings nur einen geringen Erkenntnisgewinn. Entgegen der ersten Annahme eignen sie sich beispielsweise kaum, um schnell einen Vergleich über die Größe der Segmente herstellen zu können. Das Problem wird umso deutlicher, je mehr Segmente abgebildet werden sollen. Das lässt sich gut darstellen:

Fehler - Kreis vs. Balkendiagramm Dialego

Seht euch die beiden Diagramme an und überlegt: welches liefert euch am schnellsten klare Antworten? Wählt im Zweifelsfall lieber den Diagrammtyp, der euch und eurem Publikum schnell und einfach auf die Sprünge hilft.

2. Fehler – Schnickschnack in Diagrammen

Farben hübschen ein Diagramm nicht nur auf, sie lenken auch den Blick. Indem wir bestimmte Datenverläufe farblich markieren, helfen wir den Betrachtern, das Gesehene schneller einzusortieren und zu verarbeiten. Gerade deshalb sollte man Farbe aber auch nur maßvoll einsetzen, ansonsten verwässern wir die Aussagekraft. Wenn wir zu viel hervorheben, sticht eben nichts mehr heraus. Dasselbe gilt für alle weiteren grafischen Elemente sowie auch Texte: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Schnickschnack lenkt im Zweifelsfall eher ab und zwingt die Betrachter dazu, ihren Blick ständig hin und herzuschieben.  Selbst eine Legende kann man sich oft sparen, indem man die Beschriftungen einfach an die passende Linie oder Achse setzt.

Fehler bei Diagrammen - Unordnung Dialego

3. Fehler – Achsenlängen, Abstände & Proportionen

Ungleiche Achsenlängen sind extrem irreführend – dennoch kommt dieser Fehler immer mal wieder vor. Zwielichtige Akteure nutzen diesen Trick sogar gerne zur Täuschung. Man betrachte dieses klassische Beispiel aus der Klimaleugnung:

Ebenso beliebt: Bei der Zeitachse die gleichen Abstände für ungleiche Zeiträume zu wählen.

Fehler bei Diagrammen - Säulendiagramm mit Zeitsprüngen

Ein anderer Fehler, der ähnlich verwirrend wirkt: uneinheitliche Proportionen.

Fehler bei Diagrammen - Kreisdimensionen
4. Fehler – Information Overload im Diagramm

Ein wirklich gutes Diagramm sollte alle erdenklichen Informationen beinhalten, richtig? Eher nein. Wie auch beim Erzählen einer guten Geschichte geht es darum, nicht jedes Detail abzurattern, sondern die wirklich wichtigen Dinge zu zeigen und in Perspektive zu setzen. Die Betrachter des Diagramms sollen dessen Aussagen schnell und einfach nachvollziehen können. Gegebenenfalls ist es gar nicht notwendig, jeden erdenklichen Wert, Balken oder gestellte Aufgabe aufzuführen. Aber…  


5. Fehler – Mangelnde Transparenz & Klarheit

Alles was zugunsten einer effizienten Darstellung ausgelassen wird, sollte auch dokumentiert werden. Die %-Werte kommen in der Summe nicht auf 100, weil ihr „Sonstiges“ und „Weiß Nicht“-Angaben ausgeblendet habt? Das muss notiert werden. Sowohl für die Forschenden als auch für die Kunden ist es wichtig, dass an jeder Stelle der Berichtslegung Transparenz und Nachvollziehbarkeit herrscht. Diese Informationen können nicht immer Teil des Diagramms selbst sein, dann braucht es eben Fußnoten oder Notizen. Nie sollte jedoch der Eindruck aufkommen, dass mit dem Diagramm etwas verschleiert werden sollte.


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Prinzipiell könnte man diese Liste nun noch um einige weitere Punkte ergänzen. Allein durch das Aufkommen neuer und interaktiver Dashboard-Lösungen kommen ständig neue Regeln auf, um das Optimum aus der Datenvisualisierung herauszuholen. Wir selbst stellen unsere Standards dabei regelmäßig auf den Prüfstand, denn es bereitet einfach Spaß, die eigenen Reports auf eine neue Ebene zu heben und damit Kunden wie Kollegen zu begeistern. Stets mit dem Ziel, zu noch besseren Entscheidungen zu verhelfen. 


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Lena Kurzmann - COO Dialego AG